- Fuchsbandwurm
- Abgase
Direkt neben der Schnellstraße ist Kräutersammeln ungünstig, ein paar Meter weiter weg ist die Verpestung gar nicht mehr dramatisch.
Autoabgase sind unangenehm, aber wir leben nunmal in einer Welt voller Autos und können uns vor Abgasen nicht vollständig schützen. Klar sollte man versuchen, Kräuter abseits der Straßen zu finden. Aber es hilft nichts, paranoid gegenüber etwas zu werden, was längst fester Teil unseres Lebens ist. Ich persönlich versuche, mit Entgiftungskräutern gegenzusteuern. - Hundepipi
Hunde lieben es, an Steine, Ränder, Kanten, an irgendetwas Erhöhtes zu pinkeln. Wenn du mitten auf einer Wiese Kräuter sammelst, ist Hundeurin eher unwahrscheinlich. Solltest du doch mal ein vollbepinkeltes Kraut erwischen, merkst du das wahrscheinlich gar nicht.
Alles, womit herkömmliches Supermarktgemüse in Berührung kommt, ist sehr viel giftiger als Urin. Es könnte natürlich auch sein, dass andere Tiere als Hunde irgendwann mal genau hier pinkeln mussten. Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht höher als auf jedem Gemüsefeld. Und Gemüse isst du ja wahrscheinlich schon länger? - Kann man doch auch kaufen.
Richtig, allerdings wirkt nichts so wie eine frisch gepflückte Pflanze.
Ich höre oft das Argument, dass man viele Pflanzen auch als Medikament bekommt, als Pille aus der Apotheke. Dass das eine sichere Sache sei, denn hier seien die Inhaltsstoffe genau dosiert und untersucht. Bei selbst gepflückten Pflanzen gäbe es Wirkstoffschwankungen, je nach Wachstumsort und Bodenbeschaffenheit.
Das ist zwar korrekt, aber wir vergessen, dass es fast nie ein isolierter Inhaltsstoff ist, der wirkt. Es ist ein komplexes Gemisch, das für die Wirkung verantwortlich ist. Ein isolierter Stoff wirkt oft völlig anders, das macht Pillen so gefährlich. Jede Pflanze ist ein eigenes kleines Chemielabor, das bestens an die Wirkweisen unseres Körpers angepasst ist.
Wenn wir Pillen schlucken, setzt das außerdem unseren Geschmackssinn außer Kraft. Der ist ein deutliches Indiz dafür, was uns gut tut und was nicht. Pflanzen haben einen eingebauten Sicherheitsmechanismus, der uns davon abhält, zu viel davon zu essen (z.B. Magenschmerzen). Mit isolierten Wirkstoffen setzen wir diesen Schutzmechanismus außer Kraft!
Unser Körper vereint mehr Weisheit in sich, als wir glauben. Wenn wir Koriander oder Rote Beete absolut nicht mögen, hat das einen körperlichen Grund. Unser Geschmackssinn weiß auch, wann wir von etwas genug gegessen haben.
Dieser Körpermechanismus funktioniert natürlich ab dann nicht mehr, wo Zucker und künstliche Geschmacksverstärker ins Spiel kommen. Die sind chemisch so angepasst worden, um unser natürliches Hungergefühl außer Kraft zu setzen. (Wenn dir also Chips besser schmecken als Baumblätter, ist das kein Zeichen dafür, dass du sie essen solltest).
Rudi Beiser formuliert es so: „Wir kennen alle 100 chemischen Verbindungen der Küchenzwiebel, und zwar bis in den Mikrogrammbereich hinein. Aber wir können uns daraus noch lange keine Zwiebel basteln.“
Die Wissenschaft ist nicht über alles erhaben, auch wenn sie manchmal so tut. Wie sollte eine menschengemachte Wissenschaft schlauer sein als eine 4 Milliarden Jahre alte Evolution?
Quelle: Storl: Kräuterkunde
