Gruenes Life Coaching

Was wir von Pflanzen lernen können

In Pflanzenlektüre by Pflanzenfrau7 Comments

Im dichten Fichtendickicht vermuten die meisten nur grüne Biomasse. Dabei ist die Fichte nicht nur ein Heilbaum, sie pflegt sogar soziale Kontakte. Dass viele Pflanzen untereinander kommunizieren, ist inzwischen bewiesen. Ihre Verhaltensweisen sind bemerkenswert. Deshalb sehen viele Urvölker mehr in ihnen als Nahrung.

Dass man von Pflanzen lernen kann, klingt für unsere westliche Denke verrückt. In unserer auf Sachlichkeit ausgelegten Welt ist es absolut offensichtlich, dass nur Menschen und Tiere Empfindungen haben.

Aber nicht nur Indianer und Urvölker betrachteten Pflanzen als beachtliche Wesen, sondern auch viele Dichter und Künstler, die wir heute als Meister feiern. Sie alle glaubten, man könne von Pflanzen lernen. Zum Beispiel Thoureau, Gaudí, Goethe oder Monet.

Hier sind sechs wichtige Lektionen aus dem Pflanzenreich.

Vogelmiere: Niemals aufgeben 

vogelmiere eisen

Schnee und Eis haben die Vogelmiere noch nie vom Wachsen und Blühen abgehalten. Sie findet immer aufs Neue die Kraft, ihr Köpfchen aus Schneedecken heraus zu heben und auch dem grauesten Winterhimmel entgegen zu strahlen.
Dass sie niemand mag und jeder Gärtner sie sofort ausrupft, stört die Vogelmiere nicht. Es scheint sie sogar anzuspornen und umso schneller wieder nachzuwachsen, je ausgiebiger man an ihr rupft.

Löwenzahn: Aus allem das Beste machen 

Loewenzahn Gruene Neune

Egal ob in Mauerritzen, auf Gehwegen oder Schuttplätzen; der Löwenzahn macht sich nichts daraus, ob seine Umgebung hübsch ist.
Selbst da, wo kaum Nährstoffe vorhanden sind, schlägt er seine Pfahlwurzeln tief in den kargen Boden, in der Hoffnung, in tieferen Schichten fündig zu werden. 
Als Lebenskünstler weiß er, dass man aus jeder Situation das Beste machen kann. Er verbringt keine Zeit mit Gedanken wie: “Wenn ich bloß da vorn auf der fetten grünen Wiese stehen würde.” Neiden, was andere haben, liegt dem Löwenzahn fern.
Wo andere längst aufgegeben haben, streckt er unverzagt seine sonnengelben Blüten gen Himmel.

Birke: Alles fließt 

birke beltane

Auch Birken sind sehr anspruchslos, was den Boden betrifft. Das Einzige, was sie wirklich zum Wachsen brauchen, ist Licht. Man sieht sie sogar in Dachrinnen oder auf Holzpfählen wachsen. Sich mutig auf neues Terrain wagen, ist das Spezialgebiet der Birke.
Die Birke kann Ödland zurück in Wald verwandeln. Dort, wo kein anderer Baum Fuß fassen will, bereitet sie den Boden auf und macht ihn für andere Bäume nutzbar. Deshalb nennt man sie auch Pionierbaum.
Sie liebt Veränderungen, besonders solche, die andere für unmachbar halten.
Die Birke ist eine gute Lehrerin, wenn es darum geht, Altes loszulassen und mit Zuversicht in neue Projekte zu starten.

Fichte: Was für andere wie Schwäche aussieht, kann deine große Stärke sein 

Von Pflanzen lernen; Fichte

An der Fichte scheint nichts stark und durchsetzungsfähig zu sein; ihr Holz ist weich und nachgiebig. Sie wurzelt flach und ist nicht besonders windstabil. Beim Kampf ums Licht lässt sie anderen Bäumen den Vortritt; sie versucht gar nicht erst, die höchste Krone zu bilden.
Trotzdem ist die Fichte der häufigste Baum der Welt.
Statt andere Bäume zu unterdrücken, ist ihr soziales Miteinander wichtig; benachbarte Fichten versorgen sich untereinander mit Nährstoffen und blühen immer gleichzeitig als Team.
Sie weiß, dass es nicht immer Konkurrenzkampf sein muss, der ans Ziel führt, sondern Gemeinschaftsgefühl und Rücksichtnahme.

Ackerschachtelhalm: Beschränkung auf das Wesentliche

Von Pflanzen lernen; Schachtelhalm

Der Schachtelhalm ist der Minimalist im Pflanzenreich. Er bildet weder Blüten noch Blätter, er besteht einzig aus einem Grundgerüst, das einem Mini-Tannenbaum ähnelt. Statt sich mit Duft, Farbe oder Nektar zu beschäftigen, konzentriert er sich auf das Einzige, was er wirklich braucht; Standhaftigkeit und Stabilität.
Der Halm ist eine der ältesten Pflanzen der Welt, eine richtige Urpflanze ist er. Anders als die Dinosaurier hat er mit seinem Prinzip der Einfachheit bis heute überlebt. Ein richtiger Lebenskünstler beherrscht eben die Reduktion auf das Wesentliche.

Esche: Wachstum lässt sich nicht beschleunigen 

von Pflanzen lernen

So gern wir Effizienz mögen, sie lässt sich nicht auf jeden Lebensbereich anwenden. Wer etwas wirklich Gutes hervorbringen will, muss es lange genug wachsen und reifen lassen. Das zeigt die Esche mit ihren Knospen. Sie verhüllt sie ein halbes Jahr lang im Dunkeln und lässt sie erst ans Licht, wenn sie perfekt sind.
Auch wir brauchen Ruhe und Rückzug, wenn wir etwas Großes schaffen wollen. Vor allem aber brauchen wir Zeit, denn gute Ideen müssen lange ausreifen. Eschenblättertee kann dann getrunken werden, wenn man zu schnell auf Erfolg zielt und frustriert ist, wenn er sich nicht direkt einstellt.

Ein Apfelbaum wird niemals versuchen, Kirschen zu tragen


Was alle Pflanzen richtig machen; sie konzentrieren sich auf das, was sie gut können. Sie nutzen die ihnen gegebenen Qualitäten und wünschen sich nicht, jemand anders zu sein.

Vielleicht ist die wichtigste Lektion aus dem Pflanzenreich, dass auch nach dem tiefsten und dunkelsten Winter ein neuer Frühling wartet.
Manchmal muss man auch den dunklen Zeiten dankbar sein, denn sie helfen beim Wachsen. So wie Samenkörner erst unter die Erde müssen, bevor sie aufblühen.


Comments

  1. Im dichten Fichtendickicht picken dicke Finken tüchtig 😉…

    Toller, informativer Artikel. Besonders der Teil mit der Birke hat mich inspiriert.

  2. liebe caroline,
    so schöne pflanzenbeschreibungen habe ich noch nirgends gelesen. und ich habe viele gelesen…
    🙂 🙂 🙂

    liebe grüße

    bettina

    1. Author

      Liebe Bettina, vielen vielen Dank, da freu ich mich! Herzgruß aus Hamburg, Caroline

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