Superfood Apfel

Superfood Apfel: Seine 10 stärksten Superkräfte

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Der Apfel ist ein Superfood! Würde er ausschließlich in Asien oder Südamerika wachsen, würde er hierzulande ganz groß als solches vermarktet.
Weil wir uns aber so an ihn gewöhnt haben, schenken wir seiner enormen Heilkraft kaum noch Aufmerksamkeit.

Das muss sich ändern, denn der Apfel ist in Gefahr!

Die besonders wertvollen, alten Apfelsorten werden immer weiter vom Markt gedrängt. Sie erfüllen nicht die EU-Normen, nach denen Obst eine immer gleiche Form und Farbe haben muss.

Im Handel gibt es fast nur die immer gleichen sechs Sorten: Golden Delicious, Red Delicous, Cox Orange, Jonathan, McIntosh, James Grieve.
Sie werden bevorzugt, weil sie so einheitlich aussehen und sich besonders lang lagern lassen, ohne sich optisch zu verändern.

Greift man bei der Apfelzucht aber immer auf die gleichen Sorten zurück, sind die Pflanzen irgendwann genetisch verarmt und immer weniger überlebensfähig.
Sie sind besonders krankheitsanfällig und brauchen Pestizide.

Alte Sorten dagegen sind so standortangepasst, dass sie sich mit natürlichen Mitteln gegen Schädlinge verteidigen können. Sie bilden dazu sekundäre Pflanzenstoffe, die auch für Menschen sehr gesundheitsfördernd wirken.

Wenn du keine Hochglanzoptik brauchst, sondern mehr Wert auf den Vitamingehalt legst, wenn du keine Pestizidrückstände essen willst, kauf deine Äpfel bitte NICHT im Supermarkt!

Auch wenn das oft nicht die einfachste Lösung ist und du dafür weiter fahren musst; kauf beim Hofladen, auf dem Markt oder direkt beim Bauern. Es lohnt sich!
Wenn du alte Sorten kaufst, haben Äpfel Superkraft! Außerdem werden alte Sorten auch von denen gut vertragen, die sonst gegen Äpfel allergisch sind.

Superpower Nr. 1: Vitamin C

Vitamin C braucht der Körper für die Bildung von Kollagen, das für die Elastizität der Haut zuständig ist. Vitamin C bindet außerdem freie Radikale, die Hautalterung verursachen und macht sie unschädlich.

alte obstsorten

Superpower Nr. 2: Pektin

Apfelpektin wird gern als Bindemittel genutzt. Es ist wegen seiner entgiftenden Wirkung aber auch heilsam für den Darm. Zusammen mit Wasser bildet das Pektin einen gelartigen Schutzfilm für die Darmschleimhaut. So können Schadstoffe die Darmwände nicht mehr erreichen, sondern werden stattdessen vom Pektin gebunden und ausgeschieden.

apfel

Superpower Nr. 3: Geheimwaffe bei Nieren- und Blasensteinen

Äpfel haben eine harntreibende Wirkung. Bei einer Neigung zu Steinbildung hilft eine Apfelkur, die abgelagerten Stoffe auszuscheiden. Dabei werden 1-3 Tage nichts als Äpfel gegessen. Wer sie nicht gut verträgt, kann auch Apfelschalentee machen (unter der Schale befinden sich die meisten Vitamine).
Neben der harntreibenden Wirkung hilft der Apfel, überschüssige Harnsäure auszuscheiden. Deshalb wird er auch bei Rheuma und Gicht empfohlen.

superfood apfel

Superpower Nr. 4: Schönheitsmittel Apfel

Äpfel wirken auch äußerlich hautpflegend und eignen sich wunderbar für Gesichtsmasken.
Aus einem Apfel, einem Teelöffel Honig und etwas Sahne kann man gleich zwei Hautpflegeprodukte herstellen:
Apfel-Gesichtswasser: Apfel reiben, Saft durch ein Sieb pressen und als Tonic verwenden. Erfrischt müde Haut.
Apfel-Maske: Den beim Auspressen übrig gebliebenen “Brei” mit Sahne und Honig vermengen und auftragen. Bei fettiger Haut ersetzt man die Sahne mit Zitronensaft. Maske nach 20 Minuten mit dem Apfel-Gesichtswasser abtragen.
Danach ist die Haut zart, gestrafft und gereinigt. Couperose wird entgegengewirkt, weil die kleinen Blutgefäße stabilisiert werden.

Apfelbluete

Superpower Nr. 5: Helfer bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Divertikulose

Von der entgiftenden Wirkung des Apfelpektins habe ich schon erzählt (Nr.2). Aber es gibt noch eine heilsame Wirkung des Pektins auf den Darm. Kommen die Dickdarmbakterien mit Pektin in Kontakt, entsteht antientzündlich wirkende Buttersäure. Sie ist ein wichtiger Energielieferant für die obere Darmzellenschicht. Buttersäure regt das Wachstum der Darmschleimhaut an und erhöht deren Durchblutung. Apfelpektin hilft, den Darm möglichst lange entzündungsfrei zu halten.

alte apfelsorten

Superpower Nr. 6: Das schnellste & gesündeste Fast Food der Welt

Keine Mahlzeit braucht weniger Zubereitungszeit als ein Apfel. Man packt ihn morgens in die Tasche und geht zur Arbeit, er zermatscht nicht und wartet geduldig auf die Pause, in der wir ihn verzehren. Er versorgt uns reichlich mit Nährstoffen und macht uns fit für die Arbeit.

Superpower Nr. 7: Geschmacksgeber für grüne Smoothies

Wildkräuter sind lecker, aber meistens überhaupt nicht süß. Mischt man sie mit einem Apfel zum Smoothie, bekommt man genau den richtigen süß-säuerlichen Geschmack, den ein Smoothie braucht.
Außerdem wird mit dem Vitamin C des Apfels das Eisen aus Wildkräutern noch besser aufgenommen.

Apfel smoothie

Superpower Nr. 8: Polyphenole

Polyphenole wirken antioxidativ, haben also die berühmte Radikalfängereigenschaft und schützen unsere Zellen vor Alterung und Entartung.
Sie wirken außerdem entzündungshemmend und schützen die Blutgefäße.
Polyphenole werden übrigens aus oben erwähnten neuen Sorten gezielt herausgezüchtet, um den Geschmack vermeintlich zu verbessern.

apfelbaum

Superpower Nr.9: Rauchentwöhnung

Der Geschmack von Zigaretten und Äpfeln verträgt sich nicht. Wer mit dem Rauchen aufhören will, sollte deshalb zum Apfel greifen, sobald er Lust auf Zigaretten verspürt.

Rauchentwoehnung mit Apfel

Superpower Nr. 10: Cholesterinsenker

Der Apfel gehört zur Top 5 der natürlichen Cholesterinsenker.
Apfelpektine binden im Darm Gallensäuren und entziehen dem Körper dadurch Cholesterin. Die Leber greift dann bei der Gallensäurebildung auf körpereigenes Cholesterin zurück, die Blutfettwerte sinken.
So wird auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vermindert.

Superfood Apfel

Wenn du noch mehr für den Erhalt alter Apfelsorten tun willst, kannst du Mitglied im Pomologen-Verein werden. Hier werden auch wunderbare Seminare zum Thema Obst-Bestimmung oder Obstbaumschnitt angeboten.

Noch etwas spricht übrigens für alte Apfelsorten; sie haben wunderschöne Namen. Wer würde nicht gern einen Apfel namens Ingrid Marie, Kaiser Wilhelm oder Finkenwerder Herbstprinz essen?
Bei der Arche Noah findest du eine ganze Liste alter Sorten. Hier werden alte Sorten angebaut und somit vor dem Aussterben gerettet.

Eine sehr gute Anlaufstelle für alte Apfelsorten in Hamburg ist der Boomgarden von Eckart Brandt (auch auf Hamburger Märkten vertreten). Wenn die Ernte gut war, kann man die Äpfel auch bei ihm im Onlineshop bestellen.

Für noch mehr Apfelwissen, bitte hier entlang.

Quellen:
– Arvay, Clemens: Hilfe, unser Essen wird normiert
– Stumpf, Ursula; Bächle-Helde, Bernadette: Heilkraft von Obst und Gemüse
– Stumpf, Ursula: Mythische Bäume

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