eisenhaltige Pflanzen

Vergiss Spinat – diese Pflanzen enthalten wirklich viel Eisen

In Pflanzenanwendung, Pflanzenportraitsby Pflanzenfrau2 Comments

Wenn man Spinat sagt, ist bei den meisten Menschen „Eisen“ die erste Assoziation. Dabei sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass diese Info auf einem Kommafehler beruhte.

Der Irrtum wurde lange nicht aufgeklärt, denn wie so oft gab es jemanden, der großes Interesse an hoher Spinat-Nachfrage hatte.

Spinat als perfekte Pflanze für den Massenanbau

Wolf Dieter Storl beschreibt die Erfolgsgeschichte des Spinats so:

Die Pflanze wächst auch auf alkalischen Böden und wird gut mit Kunstdüngersalzen fertig. Sie eignet sich deshalb perfekt für den Massenanbau auf künstlich bewässerten Feldern, die allmählich versalzen.

Im 20. Jahrhundert investierte die amerikanische Regierung Millionen in Bewässerungsprojekte, die die südlichen Staaten in Agrarflächen verwandeln sollten.

Unter riesigem chemischem und technischem Aufwand startete die Spinat-Massenproduktion.
Familienfarmen wurden verdrängt, eine Verpackungs- und Transportindustrie wurde angesiedelt.
Damit auch der Absatz stimmte, wurden Kampagnen gestartet und Forschungsinstitute bemüht, die dann auch schnell die gesundheitsfördernde Wirkung von Spinat bestätigten. Hier verrutschte auch das Komma und der Eisengehalt verzehnfachte sich.

Frauen, besonders Schwangeren, wurde überall geraten, möglichst viel Spinat zu essen. Kinder bekamen ständig Spinat vorgesetzt. Um auch sie zu überzeugen, gab es Popeye. Die Comicfigur wurde eigens zur Vermarktung des kalifornischen Dosenspinats kreiert.

Zu viel Eisen ist schädlich

Zu viel Eisen kann auch schaden, besonders das aus Fleisch, denn es wird besonders gut vom Körper aufgenommen. Das führt zur Bildung von freien Radikalen und einem beschleunigtem Alterungsprozess.
Deshalb sollte man unbedingt auf Lebensmittel verzichten, die künstlich mit Eisen angereichert wurden (z.B. Cornflakes).

Die meisten Krankheitserrger brauchen Eisen für ihr Wachstum. Deshalb reduziert der Körper bei Krankheiten den Eisengehalt im Blut.
Oft wird genau dann aber Eisenmangel diagnostiziert und zur Ergänzung geraten.

Spinat nimmt außerdem Schwermetalle und Nitrat aus dem Boden auf und reichert sie an.

Spinat ist nicht für alle gesund

Wenn man ihn ab und zu isst, ist Spinat gesund. Er enthält Jod, viel Vitamin C und A.
Allerdings ist er z.B. für Nierenkranke ungeeignet, denn er enthält viel Oxalsäure. Die kann sich mit körpereigenen Calcium zu kleinen Kristallen binden, so entstehen Harnsteine.

Brennesseln als ideales Wildgemüse

Wer wirklich unter Eisenmangel leidet, sollte besser zur Brennessel greifen. (Das sollte man aber abklären, denn Müdigkeit bedeutet nicht immer sofort Eisenmangel.)

Brennesseln kann man genauso als Spinat essen, aber sie enthalten keine Oxalsäure. Statt sie aufwändig anzubauen, erntet man sie einfach auf der nächsten Wiese. Frischeres Gemüse kann man nirgendwo kaufen. Die Brennhaare werden beim Kochen/Braten unschädlich gemacht.

Brennesseln enthalten zusätzlich auch viel Protein, das macht sie zu einem guten Fleischersatz.

Sie wirkt außerdem heilsam auf Niere und Blase und hilft bei Gicht, Allergien und unreiner Haut.

Brennesselpesto selber machen

Für Brennesselpesto braucht man nichts als Öl, Brennesseln und eine Prise Salz. Man gibt die Brennesseln in einen Mixer und schüttet so lange Öl dazu, bis eine halbwegs homogene Masse entsteht und das Ganze nach Pesto aussieht. Feinschmecker können noch Pinien- oder Sonnenblumenkerne mit untermixen.

brennessel eisenhaltig

Vogelmiere als Eisen- und Vitamin C Wunder

Das von vielen Gärtnern gehasste Unkraut ist ein großes Vitaminwunder. Vogelmiere enthält 7mal so viel Eisen wie z.B. Kopfsalat. Man kann sie ebenfalls kochen und als Spinat essen.

Neben Eisen enthält sie viel Vitamin C und Saponine, die schleimlösend und verdauungsfördernd wirken.

vogelmiere eisen

Wilde, grüne Eisenquellen

Viele wilde Kräuter wie Löwenzahn, Knopfkraut, Petersilie, Thymian und Sauerampfer enthalten ebenfalls viel Eisen. Nur beim Sauerampfer ist Vorsicht geboten, denn er enthält wie Spinat Oxalsäure.

Quelle:
Storl, Wolf-Dieter: Bekannte und vergessene Gemüse

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